Stellungnahme zur Kiesgrube Bourheim

Im vergangenen Monat bin ich vom Ortsvorsteher Jülich-Bourheim, Herrn Dieter Müller um eine Stellungnahme zur Thematik der Kiesgrube in Bourheim gebeten worden.

Dieser Bitte bin ich gerne nachgekommen.

Seit einigen Tagen sind die Anfrage und zwei Antworten (GRÜNE und CDU) der angeschriebenen Kandidat*innen online verfügbar:
https://www.ortsvorsteher-bourheim.de/…/kiesgrube-und…/

Hier nochmal der Wortlaut meiner Stellungnahme:

Sehr geehrter Herr Müller,

vielen Dank für Ihre Glückwünsche und Ihre Anfrage bzgl. der Kiesabgrabung in Jülich-Bourheim zu der ich gerne Stellung beziehen möchte.

Als jemand der seit über 30 Jahren in Jülich lebt, kandidiere ich für den Landtag, da ich mich ganz bewusst für die Belange der Bürgerinnen und Bürger insbesondere in unserer Region einsetzen möchte. Daher auch mein Slogan „Zuhören, verstehen, gemeinsam handeln.“.

Nach Jahrzenten des Braunkohletagebaus stehen wir nun mitten im Strukturwandel. Für mich bedeutet dies endlich die Menschen, die hier leben, in den Mittelpunkt zu stellen und nicht als erstes die Interessen einzelner Unternehmen zu verfolgen.

Gerade das Beispiel der Kiesabgrabung in Bourheim zeigt hier wieder die alte verkehrte Welt.

Jetzt kann ich natürlich nicht für die Politik einer schwarz-gelben Landesregierung sprechen, sondern vertrete als Politiker von Bündnis 90/Die Grünen ganz andere Interessen und Standpunkte:

  • Spätestens die Ereignisse von Blessem haben auch dem Letzten gezeigt: Der Abbau von Roh- und Baustoffen in unmittelbarer Nähe von Wohngebieten, kann Leben und Eigentum von Menschen gefährden. Insofern ist es die Aufgabe einer neuen Landesregierung, die bestehenden Genehmigungen für Kiesgruben und Co. zu überprüfen, genauso wie die Regeln, nach denen in NRW neue genehmigt werden. Hierzu zählt auch das Vorhaben in Bourheim.
  • Neben der Gefährdung von Menschen (und hierzu gehört für mich nicht nur eine Katastrophe wie in Blessem, sondern auch die tägliche Belastung durch Lärm, Staub oder Verkehr) gilt es den Roh- und Baustoffabbau auch im Sinne des Natur- und Wasserschutzes einzudämmen.
    Das Ziel der Grünen in NRW ist es, dass der Trinkwasserschutz wieder Vorrang vor Interessen wie der Kalkstein-, Zement- und Kiesindustrie hat. Daher muss das Verbot des Rohstoffabbaus in allen Trinkwasserschutz- und Reservegebieten wieder in Kraft gesetzt werden.
  • Generell gilt es, die Abbauplanung zu reformieren und Rohstoffe für kommende Generationen zu bewahren. Die bisherige Praxis beim Abbau von Sand oder Kies führt letztlich dazu, dass die Rohstoffunternehmen einen Freifahrtschein für die Erschließung neuer Abbauflächen haben.
    Bevor über Neuabbau nachgedacht wird und dieser für Unternehmen wie die Firma Siep attraktiv ist, sollte zunächst über das Recycling von Baustoffen nachgedacht werden. Hier bedarf es der Vorgaben durch die Landepolitik.

Gerne möchte ich Sie und die Bourheimer in dieser Sache weiter unterstützen und würde mich auch über einen persönlichen Austausch freuen.

Ich sehe hier gemeinsame Interessen, die allerdings nur mit einem politischen Wandel in Düsseldorf erreicht werden können.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Ollech